Wir präsentieren unser derzeitiges Programm auf der It's a book der HGB Leipzig.

Die It’s a book ist das jährliche Zusammentreffen von Produzierenden im Bereich der Independent Publishing Fair in Leipzig und hat am 19. März 2022 zum neunten Mal an der Hochschule für Grafik und Buchkunst stattgefunden. Die Messe versteht sich als Marktplatz für Bücher und Tauschplatz von Ideen und Debatten. Hieß es im letzten Jahr noch »It’s a book, it’s a screen, it’s a space in between«, lautete das diesjährige Motto »It’s a book, it’s a word that you choose, it’s a language in use«. Müsste ich ein Word wählen, das Leipzig im Frühling 2022 beschreibt, es wäre ›trotzdem‹. Auf der Buchmesse präsentierten sich über fünfzig Verlage, die sonst auf der Leipziger Buchmesse ihre aktuellen Titel vorgestellt hätten; die Kunsthochschule Berlin Weißensee bietet Hochschulen mit Plan B einen Raum, in dem sich Kunst- und Designstudierende trotz Einschränkungen vernetzen und gegenseitig inspirieren können; im Programm zu Teil der Bewegung. Lange Nacht der Lyrik wird verkündet: »Leipzig liest trotzdem!« und im GRASSI Museum für Angewandte Kunst findet erstmalig das Leipzig Photobook Festival statt. Auch das Institut für Buchgestaltung hat sich ›trotzdem‹ auf den Weg nach Leipzig gemacht – im Koffer dreißig Fragen, ausgewählt aus ungefähr hundert Fragen zur Gestalt des Buches; jeder Frage wird ein ›unbeschriebenes Buch‹ gewidmet. Die Frage zieht sich über Rück- und Vorderseite des Leinenumschlags. Um die Frage zu lesen, muss das Buch gedreht und gewendet werden, denn ohne die sinnliche Erfahrung, es in die Hand zu nehmen, kann es nicht erfasst werden.

Dreißig unbeschriebene Bücher mit je einzigartigen Fragen zur BuchgestaltungFragen wie »Sollte ich die Grenze des Buches respektieren?« oder »Können Bücher Heimat ersetzen?« führten zu angeregtem Austausch über Buchgestaltung und typografische Forschung mit den Messebesuchern. Auch das Symposium als Begleitprogramm versprach Austausch und Debatte. Die Frage »Wie können wir mit Sprache unsere gesamte Gesellschaft repräsentieren und alle Gruppen von Personen mit einbeziehen?« diente als Leitfaden für das Tagesprogramm. Den Gästen Anja Kaiser (Lehrgebiet Schrift und Typografie), Dirk Sorge (Künstler- und Kulturvermittler, Gründungsmitglied von Berlinklusion), Julia Schäfer (Kuratorin und Kunstvermittlerin) Sandra Hetzl (übersetzt, schreibt, forscht und kuratiert mit Fokus auf zeitgenössische arabische Literatur) und Swantje Lichtenstein (Professorin für Ästhetische Praktiken und Text im In- und Ausland, Performancekünstlerin und Soundpoetin) gelang es, Aspekte rund um Zugang, Zugänglichkeit und Zugangschaffen divers zu beleuchten. Mit Hunger nach persönlichem Austausch sind wir angereist, gesättigt von Eindrücken und Gesprächen konnten wir abreisen; Fragen hatten wir im Gepäck, mehr Fragen haben wir mit nach Hause gebracht – trotz Einschränkungen uneingeschränkt bereichert.

Text Jana Sehnert

Fotografie Johannes Landstorfer

Betreuung des IFB-Stands Jana Sehnert, Johannes Landstorfer, Lars Vieth, Malte Michels